Energie sparen - Heizung

 
Eine gute Isolierung nach dem technischen Stand des 21. Jahrhunderts macht jede Heizung völlig überflüssig. Heizöl wird bald so teuer sein, daß sich viele Menschen, die in schlecht isolierten Häusern wohnen, eine gesunde Wärme nicht mehr leisten können.

Eine gute Isolierung nach dem aktuellen technischen Stand läßt aus dem Haus so wenig Energie entweichen, daß die Abwärme elektrischer Geräte und die der Bewohner (ca. 100W pro Person) ausreichen um die Temperaturdifferenz zur Außenluft aufrecht erhalten zu können. Auch bei strengem Frost im Winter. Leider sieht die Realität völlig anders aus. Bis auf wenige Ausnahmen sind unsere Häuser Billigfabrikate mit völlig unzureichender Dämmung, bewohnt doch der Häuslebauer in den seltesten Fällen sein ´Machwerk´ selber. Daran, daß der Erbauer in der Regel nur seine eigenen Kosten und nicht die Folgekosten der Bewohner im Auge hat, ändert auch der neue Energieausweis nichts, denn die Skalierung ist der lausigen Realität entsprechend angepaßt, grün (50 kWh/m²a) für schlecht und rot (400 kWh/m²a) für grottenschlecht. Schimmel, fußkalte Zimmer und immense und unnötige Heizkosten im Winter sind die unangenehmen Folgen für ihre Bewohner.

50 kWh/m²a klingt nach nicht viel, ist aber trotzdem ein schlechter Scherz. Schon bei einer mittelgroßen Wohnung mit 80 m² fallen hier sage und schreibe 4.000 kWh/a oder ganz grob 360l/a Heizöl an, die heute schon knapp 360 € kosten. Ich möchte mir nur ungern vorstellen was wir in 10 Jahren dafür hinblättern müssen. Um es nochmal zu verdeutlichen:
Es werden pro Jahr sage und schreibe 360l kostbares Heizöl einfach sinnlos verbrannt, um eine mittelgroße Wohnung im Winter warm zu halten, und nur weil diese nicht so isoliert ist, wie es sein könnte.

Meine Frage: Warum ist der neue Energieausweis linear skaliert und nicht logarithmisch? Eine logarithmische Skalierung würde den Bereich zwischen 0 und 20 kWh/m²a viel besser auflösen und schlechte Isolierungen ab 50 kWh/m²a damit in den mittleren gelben bzw. rechten, roten Bereich verschieben.

Glücklicherweise sind die Bauvorschriften seit 2009 deutlich verschärft worden, was die Wärmedämmung betrifft. Würden diese Bauvorschriften in der Praxis auch eingehalten, dann käme da schon etwas anderes bei heraus: Vorgeschrieben sind bei den Außenwänden 0,28 W/m²K, macht bei einer mittelgroßen Wohnung von ca. 80m², 2,5m Raumhöhe, 3 Außenwänden mit jeweils 22,5 m², also gesamt 67,5m² und einer mittleren Temperaturdifferenz von 10K 198W, die nötig sind um diese Temperaturdifferenz aufrecht zu erhalten. Hinzu kommt eine Fensterfläche von insgesamt großzügigen 10m². Hier ist ein Minimum von 1,3 W/m²K vorgeschrieben, macht also noch einmal 130W aus, so daß die Wohnung im Jahresdurchschnitt mit 328W beheizt werden muß. Diese Wärmemenge wird bereits durch die Abwärme aus elektrischen Geräten und den Bewohnern gedeckt, so daß nur noch im Winter (ca. 3½ Monate) moderat mit ca. 300W bzw. 720 kWh/a zugeheizt werden muß. Auf der Skala unseres tollen Energieausweises sind das nicht einmal 10 kWh/m²a!

Doch was kann man tun? Als Mieter nur wenig: Fenster isolieren, Heizkörper isolieren, vielleicht noch den Dachboden isolieren (nur sinnvoll im obersten Stockwerk) und darauf dringen, daß bei der Abrechnung der Anteil des eigenen Verbrauchs möglichst bei 70% liegt. Vorgeschrieben sind 50% - 70%.

Ebensowenig kann der Wohnungseigentümer tun, denn die entscheidenen Stellen, an denen eine Isolierung eine signifikante Einsparung bringen würde, befinden sich im Gemeinschaftsbesitz. Hier kann er aber bei der Eigentümerversammlung Einfluß auf energieeinsparende Maßnahmen nehmen. Bringt aber meistens nichts, denn die meisten Wohnungseigentümer bewohnen ihre Wohnungen nicht selbst und haben daran also kein Interesse, so daß sich bei den Eigentümerversammlungen dafür kaum Mehrheiten finden lassen.

Fussbodenheizungen haben übrigens den großen Vorteil, daß sie die Wärme gleichmäßig über die gesamte Bodenfläche abgeben und nicht, wie bei einem klassischen Heizkörper, direkt am Fenster, wo dann viel Energie nach außen verpufft. Außerdem können keine kalten Luftschichten nach unten absinken, so daß es immer behaglich und fußwarm bleibt.

Der Hausbesitzer hat dagegen die ganze Palette an Sanierungsmaßnahmen, von der Außenisolierung bis zur Wärmerückgewinnung beim Lüften und Entsorgen von warmen Abwasser. Er kann auch vor dem Häuserbau dafür sorgen, daß sein Haus vernünftig isoliert wird, was immer besser ist als nachträgliche Sanierung.

 

Nachtrag Januar 2014:
Muß die Wohnungstemperatur ständig konstant gehalten werden? Nachts möchte man es etwas kühler haben, 16 bis 18°C wären ganz angenehm. Kurz vor dem Aufstehen dann 20°C. Tagsüber darf die Temperatur wieder auf 17°C sinken, sofern der Bewohner als Berufstätiger außer Haus ist. Kurz vor Feierabend dann wieder ein Aufheizen auf 20°C, eine Stunde vor dem Zubettgehen dann wieder runter auf 17°C. Moderne, programmierbare Heizkörperthermostate leisten genau diese Arbeit, regeln die gewünschte Temperatur wesentlich genauer als herkömmliche mechanische Thermostate und führen auf diese Weise zu einer beträchtlichen Energieeinsparung.

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